| ein gutes Beispiel
Gerade mal ein Jahr ist es her, da öffnete der Kindergarten am Potsdamer Weg seine Pforten für die kleinsten Bürger Hodenhagens. Ein ganzes Jahr, in dem nicht ein einziger Liter Öl oder Gas verbrannt wurde, um es dort warm und hell zu machen. Denn das jüngste öffentliche Gebäude in Hodenhagen wird ausschließlich mit Erdwärme beheizt und die Photovoltaik-Elemente auf dem Dach produzieren mehr Strom als im Gebäude verbraucht wird.
auf dem Weg zur NaturEnergie-Gemeinde
Nun steht ein ganz neues Projekt am Start. Schon bald könnten auch viele der privaten Haushalte in Hodenhagen mit Erdwärme anstelle von Öl und Gas beheizt werden. Das nützt nicht nur der Umwelt. Es ist auch gut fürs Portemonnaie. Denn weil die Preise für fossile Energien immer weiter steigen, macht das Heizen mit Erdwärme inzwischen auch wirtschaftlich Sinn. Das jedenfalls zeigen die Ergebnisse erster konzeptioneller Überlegungen, die die verantwortlichen Planer des Kindergarten-Projektes am Potsdamer Weg, die ap-ingenieure aus Hodenhagen und böhmeplan aus Benefeld, zusammen mit der Gemeindeverwaltung angestellt haben.
Als Modell-Projekt, das vielleicht zukunftsweisend für ganz Hodenhagen werden könnte, haben die Ingenieure das Blumenviertel ins Auge gefasst. Dieses Wohngebiet entstand vor etwa 30 bis 40 Jahren und ist typisch für diese Zeit. Etwa 300 Personen leben hier in knapp 100 Wohnhäusern mit insgesamt rund 16.000 m2 beheizter Fläche.
Für eine zentrale Heizwärmeversorgung müssten, so die Vorstellung der Planer, etwa 2 km Nahwärmeleitungen verlegt und ein Heizwerk mit gut 2 MW Leistung errichtet werden. Über 85 % der erforderlichen Wärme könnten hier mit insgesamt etwa 10 km Sonden aus der Erde gefördert und von Wärmepumpen auf die erforderliche Heiztemperatur angehoben werden. Erdgaskessel für den Spitzenlastbereich würden den Rest beisteuern. Mit einer solchen Anlage müsste - so das Ergebnis erster Berechnungen - auch bei Voll-Finanzierung und einer nur 20-jährigen Abschreibung schon heute günstiger geheizt werden können als mit den herkömmlichen Systemen.
bringt das was ?
Wenn man davon ausgeht, dass die Preise für Öl und Gas zukünftig um nur 5 % pro Jahr steigen, dann kostet Wärme aus fossiler Energie im Jahre 2028 etwa 22 ct pro kWh. Für Nahwärme aus einer Anlage, wie sie oben beschrieben wurde, müsste man dagegen unter sonst gleichen Bedingungen mit nur etwa 16 ct pro kWh rechnen. Ein durchschnittlicher Haushalt spart bei diesem Unterschied in 20 Jahren 15.000 € !
und was tut sich jetzt ?
Im September kamen mehr als die Hälfte der Grundstückseigentümer im Blumenviertel der Einladung der Gemeindeverwaltung nach und ließen sich auf insgesamt drei Veranstaltungen im Bürgerhaus über die technischen und wirtschaftlichen Aspekte einer zentralen Heizwärmeversorgung für ihr Wohngebiet informieren. Inzwischen haben alle Haushalte im Blumenviertel einen Erhebungsbogen erhalten, der den Ingenieuren die erforderlichen Daten zum tatsächlichen Wärmeverbrauch vor Ort liefern soll. Mehr als die Hälfte dieser Bögen liegen mittlerweile wieder vor und über 75 % davon belegen das Interesse der Befragten, bei einer zentralen Wärmeversorgung für das Blumenviertel mit dabei zu sein.
Augenblicklich beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit der Auswertung der Fragebögen und bemüht sich darum, möglichst alle ausgegebenen Exemplare ausgefüllt zurück zu bekommen. Denn jeder einzelne Fragebogen hilft bei der Arbeit am Projekt - auch wenn er erst jetzt zurückgegeben wird. Vielleicht wünschen Sie Hilfe beim Ausfüllen des Fragebogens - bitte rufen Sie gern unter 0 51 64 / 80 000 72 an …
Eine weitere Arbeitsgruppe hat gerade damit begonnen, ein Vertragswerk für die Gründung einer Genossenschaft oder anderen Gesellschaft zu erarbeiten, die dann als Bauherrin und spätere Betreiberin einer zentralen Anlage zur Wärmeversorgung für das Blumenviertel auftreten kann.
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